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EFQM-Modell 2010: Diese neuen Qualitätsgrundsätze & Bewertungskriterien gelten jetzt

produktionsplanung.JPG EFQM, die Europäische Stiftung für Qualitätsmanagement, hat ihr Modell 2010 einer Revision unterzogen. Sowohl der Ludwig-Erhard-Preis für Spitzenleistungen im Wettbewerb als auch der European Excellence Award (EEA) werden 2010 nach dem neuen Modell verliehen. Was sich geändert hat und was das für Ihren Vergleich mit exzellenten Unternehmen bedeutet, lesen Sie hier.

Metallverarbeitende Betriebe und Fahrzeugbauer sind führend in der Anwendung des EFQM-Modells. Das ergab die Studie „Mit EFQM zu betrieblicher Exzellenz” des Fraunhofer Instituts ISI in 2009 zum Thema Modernisierung in der Produktion. Mehr als die Hälfte der befragten Betriebe praktiziert ein Qualitätsmanagement auf Basis des EFQM-Modells. Auch in der Gummi- und Kunststoffindustrie sowie in der Nachrichtentechnik nutzt knapp jedes 2. Unternehmen das Modell. Die Studie zeigte auch: EFQM-Betriebe erreichen tatsächlich eine überlegene Leistung.


Nachhaltige Strategien im Qualitätsmanagement sind gefragt

Wesentlich im neuen Modell ist vor allem der explizite Nachhaltigkeitsgedanke. Das zeigt der letzte Konzepttitel: „*Verantwortung für eine nachhaltige Zukunft übernehmen*”. Ein solcher Ansatz bedeutet mehr als Müll trennen, Flaschen sammeln und Bäume pflanzen.

So wird beispielsweise im Strategie-Kriterium 2c gefordert, dass die Strategie in Ihrem Unternehmen ökonomische, ökologische und soziale Dimensionen umfassen muss. „Nachhaltigkeit bedeutet, vor allem, dass die verschiedenen Interessensgruppen berücksichtigt werden”, erklärt André Moll, geschäftsführender Vorstand der Initiative Ludwig-Erhard-Preis. „Eine einseitige Fokussierung auf Umweltfragen ist beispielsweise wenig nachhaltig, wenn dann die Produktion nach China verlegt wird.”


Neue Radar-Logik: nur relevante Kennzahlen vergleichen

Das Radar-System des EFQM ist das Bewertungssystem, nach dem die Einzelbewertungskriterien in Punktzahlen umgerechnet werden. Maximal können 1.000 Punkte erreicht werden. Doch auch die erfolgreichsten Anwender des Modells kamen in der Vergangenheit auf maximal 750 Punkte. Denn bisher forderte das Modell, dass zu allen Kennzahlen Zielerwartungen mit dem tatsächlich erreichten Wert verglichen wurden. „Das erfordert oft zu viel Aufwand bei zu wenig Nutzen”, berichtet André Moll. Beispielsweise kann die Zahl der Betriebsunfälle mit 3 leichten Unfällen bei einem großen Unternehmen von vielen tausend Mitarbeitern in der Praxis nicht weiter reduziert werden. „Trotzdem setzt sich natürlich keiner zum Ziel, 3 Unfälle zu erreichen”, sagt André Moll. In diesem Fall ist es für die Kennzahl Betriebsunfälle nicht relevant, Ziele und Vergleiche zu haben. Sie kann daher aus der Wertung herausgenommen werden.

Nach dem neuen Modell entscheiden Sie im Unternehmen selber über Relevanz und Umfang der zu erhebenden Daten. Danach prüfen die Assessoren des EFQM-Modells die Integrität der Daten: Wie akkurat und wie häufig werden die Daten in Ihrem Unternehmen erhoben? Schließlich verifizieren die Assessoren, ob Sie die Daten angemessen segmentiert haben (z.B. bezüglich der Standorte, Abteilungen, der Führungskräfte und Mitarbeiter etc.). Erst im 2. Schritt leiten die Assessoren daraus Aussagen über die Leistungsfähigkeit Ihres Unternehmens ab, indem sie die Daten nach Trends, Zielen (für Schlüsselkennzahlen), Vergleichen und Ursachen auswerten.


Das Kriterien-Modell zur Bewertung von exzellenten Unternehmen

Wie in der Vergangenheit bewertet das EFQM-Modell 5 Kriterien, die Ihr Unternehmen dazu befähigen, exzellente Leistungen zu erbringen, und 4 Kriterien, welche die Leistungsfähigkeit Ihres Unternehmens anhand der Ergebnisse einschätzen (siehe Grafik). Die so genannten 5 „Befähiger” (Führung; Mitarbeiter; Strategie; Partnerschaften und Ressourcen sowie Prozesse; Produkte und Dienstleistungen) fließen nun alle zu gleichen Teilen mit 10 % in die Bewertung ein.


 
 
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